Familie spaziert durch den Regen

Änderungen für Familien ab 2022

Mit dem Jahresanfang treten neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Änderungen im Bereich Steuern, Grundsicherung und Mindestlohn können für viele Familien ein Plus bedeuten. Leider werden einige Kosten auch steigen. Mehr Nachhaltigkeit gibt es durch das erweiterte Flaschenpfand und das Verbot von Plastiktüten. Was sich für Familien im Jahr 2022 ändert, zeigt der Überblick.

Grundfreibetrag steigt

Der Grundfreibetrag steigt von 9.744 Euro auf 9.984 Euro jährlich. Verdienste unterhalb dieses Betrages unterliegen nicht der Einkommenssteuer und sind damit steuerfrei. Für verheiratete Paare gilt der doppelte Satz von 19.968 Euro. Der Kinderfreibetrag steigt nicht an.

Corona-Bonus bis März 2022

Arbeitgeber können bis zum März 2022 noch bis zu 1.500 Euro steuerfrei auszahlen, falls der Betrag noch nicht vollkommen ausgeschöpft ist. Das Geld soll die zusätzliche Belastung durch die Corona-Krise abmildern.

Mindestlohn erhöht

Der Mindestlohn steigt für Personen ab 18 Jahren ab 01. Januar 2022 auf 9,82 Euro und ab 01. Juli auf 10,45 Euro. Dies gilt auch für Mini-Jobs, die 450 Euro nicht übersteigen dürfen. Eine weitere Anhebung auf 12 Euro ist geplant.

Sozialgeld steigt

Alleinstehende Erwachsene erhalten ab 01. Januar 2022 einen Regelsatz von 449 Euro. Die Partner in einer Bedarfsgemeinschaft erhalten 404 Euro. Beide Beträge wurden um 3 Euro angehoben. Kinder und Jugendliche (6-13 Jahre) bekommen 311 Euro, von 14 bis 17 Jahren 376 Euro und Kinder unter 6 Jahren stehen 285 Euro zur Verfügung.

Anhebung der Mindestausbildungsvergütung

Die Mindestausbildungsvergütung für Auszubildende steigt auch 2022 weiter an: Für das erste Jahr 585 Euro (2023: 620 Euro), im zweiten Jahr bekommen Azubis 18 Prozent mehr. Im dritten Ausbildungsjahr steigt die Mindestvergütung um 35 Prozent und im vierten Jahr um 40 Prozent. Die Mindestvergütung gilt für Ausbildungsverträge, die außerhalb der Tarifbindung liegen und ab 01. Januar 2020 begonnen haben.

Wohngeld steigt

Steigende Wohn- und Energiekosten machen sich im Portemonnaie bemerkbar. Familien, die Wohngeld beziehen, erhalten nun im Durchschnitt 13 Euro mehr an Wohngeld. Die Höhe hängt von der Anzahl der Haushaltsmitglieder, dem monatlichen Einkommen der im Haushalt lebenden Personen sowie von der Höhe der Miete ab. (Wohngeld)

Gesetz für faire Verbraucherverträge

Ab dem 01. März 2022 gilt das neue Gesetz für faire Verbraucherverträge. Verträge, die ab diesem Datum geschlossen werden, unterliegen einer Kündigungsfrist von einem Monat. Laufzeitverträge mussten bis dahin drei Monate vor Ablauf der Vertragszeit gekündigt werden. Das gilt besonders für Verträge für Streaming-Dienste, Mobiltelefone, Fitnessstudios oder Zeitungs-Abos.

Lieferverträge für Gas und Strom müssen zukünftig auch in Textform abgeschlossen werden. Neu ist ab 01. Juli 2022 auch der Kündigungsbutton bei Online-Vertragsabschlüssen, der vom Anbieter auf der Homepage angezeigt werden muss.

Unterhaltssätze für Kinder ändern sich

Der Mindestunterhalt für Kinder bis zum 5. Lebensjahr steigt auf 396 Euro, bei Kindern zwischen dem 6. und 11. Lebensjahr auf 455 Euro und für Kinder zwischen dem 12. und dem 17. Lebensjahr auf 533 Euro. Diese Beträge gelten für ein Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen bis 1.900 Euro. (Düsseldorfer Tabelle)

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Der aufgrund der Pandemie eingeführte Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende gilt ab 2022 unbefristet in einer Höhe von 4.008 Euro. Ab dem zweiten Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um 240 Euro für jedes weitere Kind.

Preise für Benzin und Erdgas steigen

Wie bereits im vorigen Jahr deutlich zu merken war, steigen die Preise für Benzin und Erdgas weiter an.  2021 wurde der CO2-Preis für fossile Brennstoffe eingeführt. Bis 2025 erhöhen sich die Preise jährlich. Benzin kostet 1,4 Cent mehr pro Liter sowie Öl und Diesel 1,5 Cent. Der Erdgas-Preis steigt um 0,1 Cent pro Kilowattstunde.

Im Gegenzug wird die Umlage für Erneuerbare Energien von 6,5 Cent je Kilowattstunde auf 3,7 Cent herabgesetzt. Dies wird den Strompreis aber kaum sinken lassen, da die Beschaffungskosten für Strom durch die Versorger steigen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bietet eine kostenlose Energieberatung in der Raiffeisen-Region an.

Energieberating in der Raiffeisen-Region

Die Energieberatungen finden im Wechsel jeweils donnerstags von 15:00 bis 18:00 Uhr in Rengsdorf und Dierdorf statt. In Rengsdorf können Sie sich jeden zweiten Donnerstag im Monat in der Verbandsgemeindeverwaltung Rengsdorf-Waldbreitbach, Zimmer 43 (Nebeneingang, 2.OG, Aufzug vorhanden, Westerwaldstraße 32-34 beraten lassen.

Die Beratung in Dierdorf findet jeden vierten Donnerstag im Monat in der Verbandsgemeindeverwaltung Dierdorf, Zimmer 204 (1. Stock, Aufzug vorhanden), Poststraße 5 statt. Für Dierdorf können Sie einen Termin unter Tel. 02689-291 34, E-Mail bettina.liedl@vg-dierdorf.de vereinbaren.

Porto wird teurer

Ab Anfang des Jahres wird das Versenden eines Briefes 5 Cent teurer. Für einen einfachen Brief muss man nun 85 Cent bezahlen. Wer eine Postkarte versenden möchte, muss statt 60 Cent jetzt 70 Cent zahlen.

Verbot von Plastiktüten für Gemüse und Obst

Die Einweg-Plastiktüte an der Supermarktkasse ist Geschichte. Erlaubt sind noch stabile Mehrwegtüten, die sogenannten „Hemdchenbeutel“ für Fleisch- und Wurstwaren sowie dünne Tüten für Obst und Gemüse, da diese der Hygiene dienen. Am besten immer genügend Mehrwegtüten oder den guten alten Jutebeutel dabeihaben, um die Einkäufe sicher nach Hause zu bekommen.

Pfandflaschen

Alle Einwegflaschen und Getränkedosen aus Kunststoff kosten ab Januar 2022 25 Cent Pfand. Ausgenommen sind reine Molkereiprodukte. D. h. auch Plastikflaschen mit Saft kosten zukünftig Pfand. Beim Einkauf also aufpassen, ob Sie das Pfandsymbol auf der Flasche haben. Ansonsten die Flaschen wie gewohnt zuhause sammeln und dann am Pfandautomat zurückgeben. Die Umwelt freut sich!

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