Frühe Hilfen: Junge Familien unterstützen

Frau hält Baby auf Arm

Kinder bringen viel Freude, aber auch Verantwortung und Veränderungen mit sich. Da kann es passieren, dass Eltern an ihre Grenzen stoßen und das Gefühl haben, überfordert zu sein. Oft sind frisch gebackene Eltern auch unsicher, ob sie alles richtig machen. Die Frühen Hilfen sind kostenlose Angebote für Eltern ab der Schwangerschaft und für Familien mit Kindern bis 3 Jahre.

Um Kindern eine gesunde Entwicklung und ein gewaltfreies Aufwachsen zu ermöglichen, unterstützen die Frühen Hilfen Eltern und werdende Eltern bei Beziehungs- und Erziehungsfragen. Organisiert sind die Frühen Hilfen in lokalen Netzwerken, in denen Kinder- und Jugendhilfe, Ärzt*innen, Schwangerschafts- und Erziehungsberatungen sowie Frühförderung zusammenarbeiten. In den lokalen Netzwerken arbeiten die Fachkräfte eng zusammen.

Frau Laura Rockenfeller vom Jugendamt Neuwied ist die Netzwerkkoordinatorin für das Netzwerk Kindeswohl und Frühe Hilfen im Kreis Neuwied, Tel. 02631-803-465, laura.rockenfeller@kreis-neuwied.de.

Start ins Familienleben

Die ersten Lebensjahre eines Menschen sind für das gesamte Leben entscheidend. Doch der Start ins Familienleben bedeutet auch eine große Umstellung, bei der oft Unsicherheiten und Sorgen auftreten. Wenn Eltern sich aufgrund ihrer sozialen oder finanziellen Situation oder gesundheitlich belastet fühlen, wird der Start ins Familienleben zu einer großen Belastungsprobe. Fachkräfte stehen dann mit Rat und Tat zur Seite.

Mutter hält schreiendes Baby auf Arm

© Sarah Chai/Pexels

Angepasst an Bedürfnisse der Eltern

Die Angebote der Frühen Hilfen reichen von Lotsendiensten im Krankenhaus über Familienhebammen bis zu Beratungsstellen. Zusammen mit Ihnen wird geschaut, welches Angebot am besten zu Ihren Bedürfnissen passt. Je nach Bedarf erhalten Eltern Hilfe bei der Pflege und Versorgung ihres Babys, Antworten zu allen Fragen zum Stillen und zur Ernährung und Unterstützung bei der Organisation des Alltags mit Baby.

(Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Kostenfrei und ohne Antrag

Auch bei Fragen zur körperlichen und seelischen Entwicklung des Babys sowie bei Unsicherheiten im Umgang mit dem Baby oder beim Aufbau von Bindung und Beziehung zwischen Eltern und Kind stehen die Fachkräfte den Eltern zur Verfügung. Die Fachkraft kommt ortsnah zu den Eltern nach Hause. Dazu muss kein Antrag gestellt werden und es entstehen keine Kosten. Die Fachkräfte unterliegen der Schweigepflicht.

Angebote der Frühen Hilfen

Lotsendienste

Immer mehr Geburtskliniken bieten Lotsendienste für Schwangere und Eltern an. Die Geburt eines Kindes wirft viele Fragen auf: Bin ich auf alles vorbereitet? Kann ich mein Kind gut zu Hause versorgen? Welche Anträge muss ich ausfüllen? An welche Behörden muss ich mich wenden? Lotsendienste können helfen, wenn Eltern Beratung, Informationen oder praktische Unterstützung benötigen.

Ärztin klärt Schwangere auf

© MART PRODUCTIONS/Pexels

In der Regel nehmen die Lotsen vor oder nach der Geburt Kontakt mit der Mutter auf. Schwangere können selbst entscheiden, ob sie das kostenlose Angebot in Anspruch nehmen möchten. Die geschulten Lots*innen nehmen sich Zeit für Gespräche und hören sich Sorgen und Nöte an. Sollte es nötig sein, überlegen sie zusammen mit den Eltern die nächsten Schritte. Bei Bedarf und Einverständnis vermittelt der Lotsendienst den Kontakt zu weiterführenden Hilfen.

Familienhebammen

Familienhebammen kümmern sich bei Bedarf schon ab der Schwangerschaft bis zum Ende des ersten Lebensjahres um Sie, Ihr Baby und Ihre Familie. Mit der Familienhebamme kann über Sorgen gesprochen werden. Sie gibt Tipps zur gesunden Entwicklung und Versorgung des Kindes. Die Betreuung durch eine Familienhebamme ist kostenfrei und kann über eine Anlaufstelle der Frühen Hilfen beantragt werden.

Mutter und Baby

© Евгения Давыдова/Pexels

Das Diakonische Werk Neuwied vermittelt in der Stadt Neuwied "Familienhebammen". Bitte wenden Sie sich an Sabine Hoffmann-Blum, Tel. 02631-39 22 0. Für den Kreis Neuwied können Sie sich an Daniela Kiefer, Netzwerk Kindeswohl und Frühe Hilfen wenden, Tel. 02631-803-465, daniela.kiefer@kreis-neuwied.de (www.kreis-neuwied.de).

Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegende/Familienkrankenschwester

Die Familienkrankenschwester unterstützt Eltern, wenn diese unsicher bei der Versorgung des Kindes sind oder das Kind besondere Pflege und Fürsorge benötigt. Dies kann der Fall sein, wenn das Kind zu früh geboren oder chronisch krank ist oder Probleme hat, sich zu beruhigen und viel schreit.

Mutter legt Kind in die Wiege

© RODNAE/Pexels

Auch bei Fragen und Sorgen der Eltern hilft die Familienkrankenschwester weiter: Wenn die Eltern mit den täglichen Anforderungen der Kinderbetreuung überfordert sind, es Konflikte in der Partnerschaft gibt oder finanzielle oder gesundheitliche Sorgen die Eltern belasten. Die Betreuung ist kostenlos und kann ohne Antrag über eine Anlaufstelle Frühe Hilfe angefragt werden.

Frau Michaela Wingen vom Jugendamt im Kreis Neuwied ist Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, Tel. 02631-803-146, michaela.wingen@kreis-neuwied.de (www.kreis-neuwied.de).

Familienpaten

Familienpaten verschaffen jungen Eltern Auszeiten, damit diese eine Pause bekommen. Nicht immer haben Freund*innen Zeit oder die Großeltern wohnen weiter weg. Die geschulten Freiwilligen unterstützen die Familien meist für zwei bis vier Stunden die Woche. In dieser Zeit können sich Mütter und Väter einmal entspannen, in Ruhe einen Kaffee trinken oder sich ausschlafen.

Kind bekommt vorgelesen

© Lina Kivaka/Pexels

Auf Wunsch begleiten die Familienpaten die Eltern auch bei Behördengängen. Sie haben immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Eltern und vermitteln bei Bedarf weitere Hilfen. Das Netzwerk Frühe Hilfen, Wohlfahrtsverbände und Vereine helfen bei der Vermittlung von Familienpaten weiter. Fragen Sie bitte entweder Frau Sabine Hoffmann-Blum oder Frau Claudia Krokowski. Melden Sie sich unter Tel. 02631 39 22 0.

Schwangerschaftsberatungsstelle

Eine Schwangerschaft ist verbunden mit Veränderungen und wirft für viele Frauen zahlreiche Fragen auf. Bei der Schwangerenberatung nehmen sich die Berater*innen Zeit für Sie, wenn Sie Fragen zur Schwangerschaft und zur Geburt sowie zur Konfliktberatung und zu finanziellen Fragen haben.

Das Haus der Familie bietet Beratung für Frauen und Paare, unabhängig von Konfession oder Weltanschauung. Das Beratungsgespräch ist kostenfrei und alle Berater*innen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Über die Online-Terminbuchung können Sie einen Termin zu einem Erstgespräch vereinbaren.

Familien- und Erziehungsberatungsstelle

Familien- und Erziehungsberatungsstellen unterstützen Sie bei allen Fragen rund um Beziehung, Erziehung und Leben. Wenn es in Ihrer Familie Streit gibt. Wenn Sie sich Sorgen um Ihre Kinder machen. Ihre Partnerschaft/Ehe in der Krise steckt. Es zu Problemen wegen einer Trennung oder Scheidung kommt. Sie persönlich in Ihrem Leben mit Belastungen und Krisen zu tun haben.

Bei all diesen Anliegen haben die Berater*innen ein offenes Ohr für Sie. Natürlich werden alle Gespräche vertraulich behandelt. Das Angebot ist kostenlos. Unter der Online-Terminbuchung können Sie einen Termin zu einem Erstgespräch bei der Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatung im Haus der Familie Puderbach vereinbaren.

Zugehende Beratung in Kindertagesstätten

Das Diakonische Werk Neuwied bietet seit 2012 in verschiedenen Kindertagesstätten im Kreis Neuwied eine zugehende Beratung an. Dazu zählen die Ev. Kita Rengsdorf, die Ev. Kita Anhausen sowie die Kitas der Verbandsgemeinde Puderbach. Die Beraterin für die Kitas ist Frau Schmidhuber, schmidhuber@diakoniehilft.de.

Schreiambulanzen

Wenn Sie sich erschöpft fühlen und verzweifelt sind, weil Ihr Kind viel schreit und sich nur schwer beruhigen lässt, können Sie sich Hilfe holen. Neben Ihrer Hebamme, Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt können Ihnen auch sogenannte Schreiambulanzen helfen. Dies sind zum Beispiel Babysprechstunden oder Babyambulanzen von Vereinen, Praxen, Kliniken und Beratungsstellen.

(Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Das Sozialpädiatrische Zentrum im HTZ Neuwied bietet eine Sprechstunde zu Regulationsstörungen an. Die genauen Zeiten erfahren Sie unter Tel. 02631-9656-20 (www.htz-neuwied.de).

Weiterführende Links

elternsein.info - Website des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen für Mütter, Väter und alle weiteren Personen, die Kinder erziehen oder betreuen.
Nationales Zentrum Frühe Hilfen - Fachportal für Fachkräfte
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung