Kinder haben Rechte

Verschiedene Kinderrechte als bunte Grafiken um den Schriftzug Kinder haben Rechte

Es ist kaum zu glauben – und doch Realität: Nur 16 Prozent aller Kinder in Deutschland kennen ihre Rechte. Um für sich selbst und andere einzutreten, sollte man über seine Rechte Bescheid wissen. Die Vereinten Nationen verabschiedeten 1989 die UN-Kinderrechtskonvention, die 1992 in Deutschland in Kraft trat. Sie beschreibt verbindlich, was Kinder für ein menschenwürdiges, sicheres und förderliches Aufwachsen brauchen.

Dennoch werden die Interessen von Kindern bei staatlichen Entscheidungen, die sie unmittelbar betreffen, nicht immer ausreichend berücksichtigt. Gerade wenn es um Bildung, Betreuung, Freizeit oder gesellschaftliche Teilhabe geht, ist es entscheidend, Kinder anzuhören und ihre Perspektiven ernst zu nehmen. Kinder haben das Recht, ihre Meinung frei zu äußern – und Erwachsene tragen die Verantwortung, diese Meinungen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Kinderrechte sind zugleich ein zentraler Bestandteil von Demokratiebildung. Wer früh erfährt, dass die eigene Stimme zählt, entwickelt Vertrauen in demokratische Prozesse und lernt, Verantwortung zu übernehmen. Wenn Kinder erleben, dass ihre Anliegen gehört und ernst genommen werden, stärkt das nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern auch unsere demokratische Kultur insgesamt. Eine lebendige Demokratie braucht informierte, engagierte und selbstbewusste junge Menschen.


Alle Kinder haben die gleichen Rechte

Grafik von zwei Mädchen und einem JungenIm Sinne der Kinderrechtskonvention ist in Deutschland ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Jahr noch nicht vollendet hat. Alle Kinder haben die gleichen Rechte, egal wo sie leben, woher sie kommen, was ihre Eltern machen, welche Sprache sie sprechen, welche Religion sie haben, ob sie Junge oder Mädchen sind, in welcher Kultur sie leben, ob sie eine Behinderung haben, ob sie reich oder arm sind.

Die Kinderrechte orientieren sich an den Menschenrechten, die am 10. Dezember 1948 durch die Vereinten Nationen erklärt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg und seinen vielen Toten war es den Menschen wichtig, durch die Einhaltung der Menschenrechte für eine friediche Welt zu sorgen. In Deutschland sind die Menschenrechte im Grundgesetz verankert. So lautet der erste Artikel des deutschen Grundgesetzes, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Zu den weiteren Menschenrechte gehören auch das Persönlichkeitsrecht, die Religionsfreiheit, die Meinungsfreiheit und die Versammlungsfreiheit. Wie wichtig die Menschenrechte sind, wird oft erst bewusst, wenn diese bedroht sind oder wir sehen, dass es diese Rechte woanders nicht gibt. Im Gegensatz zu den Menschenrechten sind die Kinderrechte nicht im Grundgesetz verankert. Das Aktionsbündnis Kinderrechte setzt sich für die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz ein.


Jedes Kind hat das Recht, gesund zu leben

Grafik eines Mädchen am Tisch sitzend mit Teller voller EssenJedes Kind hat das Recht auf die bestmögliche Gesundheit, medizinische Behandlung, sauberes Trinkwasser, gesundes Essen, eine saubere und sichere Umgebung, Schutz vor schädlichen Bräuchen und das Recht zu lernen, wie man gesund lebt. Für das Wohl des Kindes sind zuerst die Eltern zuständig. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass ihr Kind in Lebensverhältnissen aufwachsen kann, die eine gute Entwicklung des Kindes ermöglichen. Sollten Eltern dazu finanziell nicht in der Lage sein, muss der Staat für das Nötige sorgen, vor allem für Nahrung, Kleidung und eine Wohnung.

 

Was kann verbessert werden:

Obwohl Deutschland als ein reiches Land gilt, gibt es dennoch Kinderarmut. Fast drei Millionen Kinder und Jugendliche sind in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Familien in Deutschland haben durch das soziale Netz eine gesicherte Existenz, d.h. sie haben ein Dach über dem Kopf, leben aber oft nur mit dem Nötigsten. Nicht jedes Kind bekommt jeden Tag eine warme Mahlzeit. Auch an Kleidung, Spielzeug und Schulbedarf muss gespart werden. Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien brauchen eine unbürokratische Kindergrundsicherung, damit die Kinder das bekommen, was sie brauchen, um gesund aufzuwachsen.


Recht auf Bildung

Grafik eines Jungen an Pult sitzend und Bücher lesendJedes Kind hat ein Recht auf eine gute Schulbildung, die kostenlos angeboten wird. In Deutschland sorgt der Staat durch die Schulpflicht ab dem 6. Lebensjahr dafür, dass alle Kinder in die Schule gehen. Die Bildung soll Kinder dabei unterstützen, ihre Fähigkeiten und Talente zu erkennen und zu entwickeln.

Das Recht auf Bildung ist deshalb wichtig, weil Bildung der Schlüssel zu einer besseren Zukunft ist. In anderen Ländern dieser Welt haben Kinder keinen Zugang zur Schule oder werden frühzeitig von der Schule genommen, damit sie arbeiten gehen. Oft ist Kinderarbeit eine wichtige Einnahmequelle für die Familie. In Afghanistan z.B. wird Mädchen der Zugang zu Bildung durch die Taliban-Regierung weitestgehend verwehrt.

Was besser werden muss:

Schon mehrmals hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen dem deutschen Staat hinsichtlich des Rechts auf Bildung ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Denn sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche haben nicht die gleiche Bildungschancen wie andere Kinder. In Deutschland entscheidet leider nicht nur allein die Leistung, sondern auch die soziale Herkunft über den Bildungserfolg der Kinder.


Recht auf Spiel und Freizeit

Grafik von drei Kindern Ball spielend malend und Gitarre spielendAlle Vertragsstaaten müssen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit sowie auf Spiel und freie Teilnahme an kulturellem Leben anerkennen und fördern. Dazu gehört die Zeit mit Freunden, die Zeit mit der Familie, aber auch die Zeit für sich allein. Kein Kind darf überfordert werden. Zudem muss der Staat dafür Sorge tragen, dass es genügend Orte z.B. Spielplätze oder Jugendtreffs gibt, an denen Kinder und Jugendliche sich frei entfalten können.

 


Was muss hier noch gemacht werden:

Spielplätze und Jugendeinrichtungen sollten von Kindern und Jugendlichen mitgestaltet werden. Denn Kinder wissen ganz genau, welche Spielgeräte oder Freizeitmöglichkeiten für sie richtig sind. Kinder sollten mehr Zeit dafür haben, einfach Kind zu sein. Schule, Hausaufgaben, Lernen - da bleibt wenig Zeit für Freizeit. Eltern sollten aufpassen, dass sie ihre Kinder nicht überfordern. Schule ist wichtig, keine Frage, aber genauso wichtig für die gesunde Entwicklung eines Kindes ist Bewegung, frische Luft und kreative Aktivitäten.


Recht auf Information und Mitsprache

Grafik eines Jungen der in ein Megafon spricht und ein Plakat in der Hand hältJedes Kind hat das Recht, alles zu erfahren, was es für ein gutes Leben wissen muss, sei es aus dem Radio, der Zeitung, Büchern, dem Computer oder anderen Quellen. Erwachsene sollen dafür sorgen, dass die Informationen, die das Kind erhält, nicht schaden. Außerdem sollen sie helfen, die Informationen, die das Kind braucht, zu finden und zu verstehen.

Außerdem darf jedes Kind seine eigene Meinung mitteilen und vertreten. Dies muss von Erwachsenen ernstgenommen werden. Das ist besonders wichtig, wenn es z.B. im Falle einer Trennung der Eltern, darum geht, wo das Kind leben möchte. Wird dies gerichtlich entschieden, ist der Kindeswille für den Richter ein gewichtiger Faktor.

Was braucht es hier noch:

Wie steht es um das Mitspracherecht in deiner Schule, im Kindergarten oder zuhause? Gibt es Möglichkeiten, sich einzubringen? Hören dir deine Eltern zu, wenn du deine Wünsche äußerst? Mitsprache in der Familie und in der Schule ist wichtig, um Kindern Selbstvertrauen zu vermitteln. Sie lernen ihre Meinung zu sagen, anderen zuzuhören und Kompromisse zu finden. Damit Kinder sich ihre Meinung bilden können, brauchen sie Zugang zu kindgerechten Informationen (Kinderradio, Kinderzeitschriften, Bücher, Webseiten für Kinder).


Schutz vor Gewalt und das Recht auf Privatsphäre

Grafik eines Mädchen das zwischen zwei Bodyguards stehtIn Artikel 19 der Kinderrechte ist der Schutz vor Gewalt festgeschrieben. Ein Kind darf weder körperlich noch seelisch misshandelt, missbraucht oder vernachlässigt werden. Drohungen oder Schläge sind verboten. Für das Kindeswohl sind zuallererst die Eltern verantwortlich. Die Eltern müssen bei allem, was sie tun, dafür sorgen, dass es dem Kind gut geht.

Der Staat soll die Eltern bei dieser Aufgabe unterstützen, zum Beispiel durch Kindergärten, Gesundheitsdienste und Betreuungsmöglichkeiten. Ist das Kindeswohl gefährdet, muss der Staat dafür sorgen, dass das Kind besonderen Schutz und Hilfe bekommt. Der Schutz vor Gewalt heißt nicht, dass Kinder nicht bestraft werden können. Strafen wie Taschengeldentzug, Computerverbot oder Hausarrest sind erlaubt.

Recht auf Privatsphäre

Jeder Mensch hat Geheimnisse. Das gilt auch für Kinder. Deshalb hat jedes Kind das Recht auf eine Privatsphäre. Niemand darf ungefragt Briefe lesen, das Zimmer durchsuchen oder ähnliches tun. Außerdem hat jedes Kind ein Recht am eigenen Bild, das heißt, wenn ein Kind nicht fotografiert werden möchte, muss das akzeptiert werden. Bilder, auf dem das Kind zu sehen ist, dürfen nicht weiterverbreitet werden, wenn das Kind nicht damit einverstanden ist.

Sollten Eltern die Sorge haben, dass das Kindeswohl ihres Kindes gefährdet ist, sei es durch einen falschen Freundeskreis, Suchtmittel oder ähnliches, dürfen Eltern das Zimmer ihres Kindes durchsuchen. In diesem Fall wiegt das Recht auf Kindeswohl mehr als das Recht auf Privatsphäre. Schließlich ist es Aufgabe der Eltern, sich um ihr Kind zu kümmern und es zu beschützen.

Was könnte noch besser sein:

Um das Kindeswohl zu schützen, muss die Netzwerkarbeit zwischen den Institutionen, z.B. zwischen Kitas, Schulen und Jugendamt, weiter ausgebaut werden. Dazu braucht es auch mehr geschultes Personal. Eltern sollten die Möglichkeit haben, sich zu den Themen Erziehung oder Medienkompetenz zu informieren. Dies kann über Elternabende, Workshops oder ähnliche Angebote geschehen.


Recht auf Eltern

Grafik eines Jungen der in der Mitte stehend jeweils die Hand von seiner Mutter und seinem Vater hält die zu beiden Seiten neben ihm stehenJedes Kind hat das Recht bei seinen Eltern zu leben. Gleichzeitig haben Eltern die Pflicht, sich um ihr Kind zu kümmern, es zu erziehen, zu beaufsichtigen und den Aufenthalt zu bestimmen. Sind die Eltern getrennt, hat das Kind das Recht, den Elternteil, bei dem es nicht lebt, zu sehen. Dies gilt genauso für Großeltern, Geschwister, Stiefeltern oder Pflegeeltern. Falls jemand dem Kind nicht guttut, kann ein Gericht den Umgang einschränken oder ausschließen, damit das Kind nicht gefährdet wird.


Schutz vor Ausbeutung

Grafik eines Jungen mit Schutzschild in der HandDer Staat muss Altersgrenzen für die Arbeit von Kindern erlassen. Er muss Kinder vor Arbeit schützen, die schlecht für die Gesundheit oder die Schulbildung ist. Falls Du eine erlaubte Arbeit machst, hast das Kind oder der Jugendliche das Recht auf Sicherheit am Arbeitsplatz und auf faire Bezahlung. In Deutschland gilt ein Beschäftigungsverbot für Kinder. Ab 13 Jahren darf ein Kind eine leichte Tätigkeit mit geringem Zeitumfang ausüben. Das kann z.B. das Austragen von Zeitung oder Nachhilfe sein.

Der Schutz vor Ausbeutung gilt übrigens nicht beim Ausräumen der Spülmaschine oder beim Herunterbringen des Mülls. Solange ein Kind bei seinen Eltern wohnt und diese sich um das Kind kümmern, ist das Kind verpflichtet, entsprechend seinen Möglichkeiten im Familienalltag mitzuhelfen. Die Spielregeln für den Familienalltag stehen im Bundesgesetzbuch.


Schutz im Krieg und auf der Flucht

Grafik eines Mädchens das in einem Boot sitzt und ein Schild vor sich hältAktuell sind mehr als 50 Millionen Kinder weltweit auf der Flucht. Flüchtlingskinder haben das Recht auf besonderen Schutz und Hilfe. Auch alle anderen Rechte der Kinderrechtskonvention gelten für sie in dem Land, in dem sie gerade sind. Der Staat, die Vereinten Nationen und andere Organisationen müssen ihnen helfen, zu ihrer Familie zurückzukehren, falls sie alleine auf der Flucht sind. Falls dies nicht möglich ist, ist das Jugendamt für diese Kinder zuständig.

Alle Kinder haben das Recht auf Schutz im Krieg. Ein zusätzlicher Vertrag bestimmt, dass kein Kind zu aktiver Teilnahme an bewaffneten Konflikten herangezogen werden darf. Das bedeutet, dass kein Kind als Soldat eingesetzt werden darf. Man geht davon aus, dass weltweit zehntausende Kinder von bewaffneten Gruppen für ihre Zwecke missbraucht werden.


Besondere Rechte bei Behinderung

Grafik eines Mädchens im Rollstuhl das mit einer Hand winktJedes geistig oder körperlich behinderte Kind hat ein Recht auf ein erfülltes und menschenwürdiges Leben. Alle Rechte der Konvention gelten im gleichen Maße für behinderte Kinder, so dass die Kinder ein gutes Leben führen und aktiv am sozialen Leben teilnehmen können. Der Staat muss für Angebote und Möglichkeiten zur Unterstützung sorgen. In Inklusionsschulen lernen Menschen mit Behinderungen zusammen mit Menschen ohne Behinderungen.

 

 

Was muss verbessert werden:

Es sollte mehr Angebote von gemeinsamen Aktivitäten für Menschen mit oder ohne Behinderung geben. Damit behinderte Kinder im vollen Umfang am sozialen Leben teilnehmen können, muss auf eine barrierefreie Umgebung geachtet werden. Dazu gehören auch barrierefreie Spielgeräte auf Spielplätzen.


Was ist Demokratiebildung?

Demokratiebildung bedeutet, dass Kinder und Jugendliche lernen, wie eine Demokratie funktioniert und warum sie wichtig ist. In Kindertagesstätten wird Demokratiebildung spielerisch angelegt. Die Erzieherinnen und Erzieher nutzen Alltagssituationen – zum Beispiel das Aufräumen, das Teilen von Spielsachen oder das Entscheiden, welches Spiel gespielt wird – um den Kindern das Prinzip von gemeinsamer Entscheidung und Rücksichtnahme zu zeigen.

Durch einfache Rituale wie einen Morgen‑Kreis, in dem jedes Kind etwas sagen darf, lernen die Kleinen, zuzuhören, ihre Meinung zu äußern und die Beiträge anderer zu respektieren. Auch das Einführen von kleinen „Regeln“, die gemeinsam besprochen und angepasst werden, vermittelt das Gefühl, dass alle mitbestimmen können.

Im Schulunterricht werden die Grundlagen der Demokratie erklärt: wie Wahlen funktionieren, welche Aufgaben Parlamente und Gerichte haben und warum Grundrechte wichtig sind. Zusätzlich gibt es praktische Projekte, etwa Klassenräte, Schülersprecher oder Schülerparlamente, bei denen Schülerinnen und Schüler selbst Entscheidungen treffen, diskutieren und Kompromisse finden.

Außerschulische Aktionen wie Besuche im Rathaus, Gespräche mit Politikerinnen und Politikern oder Teilnahme an Jugendparlamenten ergänzen das Lernen und zeigen, wie Demokratie im echten Leben wirkt. So verbinden Schule und Kita theoretisches Wissen mit konkreten Erfahrungen, damit junge Menschen von Anfang an verstehen, wie man gemeinsam in einer demokratischen Gesellschaft lebt.


Mitmischen und Mitgestalten!

Auch wenn du noch nicht wählen darfst, hast du jede Menge Möglichkeiten, dich einzumischen und mitzugestalten.

  • In der Schule: Klassensprecherwahl, Schülersprecherwahl, Streitschlichtung, Schülerzeitung, Projektgruppen
  • Engagement in einer Jugendgruppe, in einem Verein, in der Nachbarschaft, in der Kirche oder einer religiösen Organisation, im Umweltschutz, bei der Freiwilligen Feuerwehr, beim Rettungsdienst, bei kulturellen Veranstaltungen oder in einer Partei
  • Jugendbeirat in deiner Gemeinde oder Stadt
  • Sprechstunde der/des Bürgermeister/in
  • Einwohnerfragerunde bei der Ratssitzung

Wie kann das Mitspracherecht von Kindern und Jugendlichen gefördert werden?

Bereits im Kindergartenalter oder in der Grundschule kann sich mit den Kinderrechten auseinandergesetzt werden.  Altersgerechte Anschauungsmaterialien z.B. vom Deutschen Kinderhilfswerk oder von UNICEF, erklären den Kindern die Bedeutung der Kinderrechte und deren Umsetzung im Alltag.

In vielen Kindergärten und Grundschulen haben Kinder ganz selbstverständlich Anteil an Entscheidungen, die sie betreffen. Geht es um die Neugestaltung des Außenbereichs oder des Pausenhofs, werden die Kinder gefragt, was sie sich wünschen.

Kinder, die in angemessener Weise, eigene Entscheidungen treffen dürfen, lernen Verantwortungsbewusstsein und Kompromissbereitschaft. Dies kann auch im Familienalltag gefördert werden. Angelegenheiten, die die Familie betreffen, werden in einer gemeinsamen Familienrunde besprochen.

Das können die Verteilung von Haushaltspflichten, Streitigkeiten oder die Planung von Ausflügen oder Wochenenden sein. Jedes Familienmitglied ist gleichberechtigt und kann Vorschläge machen. Durch die Gespräche in der Familienrunde machen Kinder von klein auf die Erfahrung, dass sie ernst genommen werden. Außerdem lernen sie gemeinsam, Lösungen für Probleme zu finden.


Links und Tipps:

Kinderrechte (vereinfachte Version) UNICEF (PDF nicht barrierefrei)
www.kindersache.de - Kinderseite des Deutschen Kinderhilfswerkes zu den Kinderrechten
www.zdf.de/kinder/logo - Der Klassiker unter den Kindernachrichten
www.kuppelkucker.de - Kinderportal des Deutschen Bundestages
www.hanisauland.de - Politik für Kinder, einfach erklärt
www.mitmischen.de - Dein Portal zum Deutschen Bundestag (für Jugendliche)
www.fluter.de - Magazin für Jugendliche, herausgegeben von der Bundeszentrale für politische Bildung
www.arte.tv/de - Arte junior - Nachrichten für Kids (Arte junior ins Suchfeld eingeben)

Quellen:

Arkona, Malte: Warum haben wir keinen König? So funktioniert unsere Demokratie. Herder, 2009.
Danner, Stefan: "Demokratische Partizipation von Kindern in Kindergärten: Hintergründe, Möglichkeiten und Wirkungen.
https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/255737/demokratische-partizipation-von-kindern-in-kindergaerten-hintergruende-moeglichkeiten-und-wirkungen/ (abgerufen: 26.02.2026)
Leitzgen, Anke M.: Das sind deine Rechte! Das Kinderrechtebuch. Beltz & Gelberg, 2017.
Schulz-Reiss, Christine: Nachgefragt. Menschenrechte und Demokratie. Basiswissen zum Mitreden. Loewe, 2008.
Schulz-Reiss, Christine: Einfach erklärt. Politik. Demokratie. Deine Rechte. Loewe, 2022.
Van der Gieth, Hans-Jürgen: Leselauscher Wissen. Politik und Demokratie. BVK, 2020.