
Steigende Lebenshaltungskosten und die angespannte wirtschaftliche Situation stellen viele Familien vor die Herausforderung, mit dem verfügbaren Budget gut zu haushalten. Mit einfachen Ideen und kleinen Veränderungen lässt sich im Alltag an vielen Stellen Geld sparen.
Ob beim Einkaufen, im Haushalt oder bei Freizeitaktivitäten: Oft steckt das Sparpotenzial in kleinen Dingen. Entdecken Sie praktische Tipps, die sich unkompliziert umsetzen lassen und dabei helfen können, das Familienbudget zu entlasten.
Einkaufen mit Plan
Die Lebensmittelpreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Obwohl sich die Inflation bei den Lebensmitteln inzwischen verlangsamt hat, kosten viele Lebensmittel immer noch etwa 30 Prozent mehr als im Jahre 2021. Ursache sind zum einen die gestiegenen Energiekosten und der Arbeitskräftemangel, zum anderen auch die schwierige internationale politische Lage. Im September 2026 sind laut Statistischem Bundesamt besonders bei Eiern und Obstkonserven die Preise gestiegen. Dagegen gibt es bei Molkereiprodukten und Butter einen Preisabfall.
Preise vergleichen
Um beim Einkauf zu sparen, sollten die Kilo- oder Literpreise verglichen werden: Ein Blick auf das Kleingedruckte auf dem Preisschild lohnt sich auf jeden Fall. Gemüse und Obst, die gerade Saison haben und regional zu bekommen sind, sind oft günstiger, da die Transportkosten niedriger sind. Viele Supermärke und Discounter bieten Lebensmittel, die ein kurzes Haltbarkeitsdatum haben, reduziert an. Oft bekommt man Lebensmittel abends und vor allem am Samstagabend günstiger - dies setzt auch ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung. Welches Gemüse wann in Deutschland Saison hat, zeigt ein Saisonkalender.
Was kaufe ich ein, wenn mein Budget klein, die Preise aber gestiegen sind? Der Einkauf beginnt bereits zuhause mit der Planung eines Menüplans für die Woche. Ein geplanter Einkaufszettel vermeidet teure Spontankäufe. Bei Fleisch und Fisch sollte auf Angebote geachtet werden. Vielleicht sollte man den Fleischgenuss auf ein oder zweimal die Woche reduzieren. Suppen, Eintöpfe und Kartoffelgerichte machen satt und können in größeren gekocht, am nächsten Tag nochmal gegessen werden oder man friert diese ein. Reste von Lebensmitteln verwertet man in anderen Gerichten.
Das Haus der Familie Puderbach bietet günstige Rezeptideen. Jeden Monat kommt ein neues Rezept dazu.
Ein Maximalbudget kann helfen die Kosten niedrig zu halten. Alles, was das Budget überschreitet, wird nicht gekauft. Beim Einkauf ist die Versuchung häufig groß, Sachen zu kaufen, die gar nicht gebraucht werden. Ein Grund mehr, sich an den Einkaufszettel zu halten.
Haushaltsbuch führen
Eine Übersicht über die Einnahmen und Ausgaben der Familie gibt ein Haushaltsbuch. Dort kann man genau sehen, wofür man Geld ausgibt und was am Ende des Monats übrig bleibt. Ob in einem Notizbuch aufgelistet oder in einer Excel-Tabelle angelegt, das Haushaltsbuch zeigt, wo gespart werden kann. Ein Beispiel für ein Haushaltsbuch gibt es bei der Verbraucherzentrale.
Spartipps für den Einkauf und die Küche
- Menüplan für die Woche erstellen und Einkaufszettel schreiben
- Maxibudget setzen und einhalten
- sich strikt an den Einkaufszettel halten
- auf Angebote achten und Grundpreise von Lebensmitteln vergleichen
- reduzierte Lebensmittel kurz vor dem Ende des Mindesthaltbarkeitsdatum kaufen
- Saisongemüse zum Kochen verwenden
- Fleischkonsum reduzieren, dafür mehr Hülsenfrüchte essen
- Leitungswasser trinken
- Statt To-Go Pausenbrot und Getränk von Zuhause mitnehmen
Elektrogeräte
Kühlschrank, Gefriertruhe, Wäschetrockner und Heimbüro gehören zu den größten "Stromfressern" in deutschen Haushalten. Auf den Wäschetrockner lässt sich unter Umständen noch verzichten, aber auf Kühlschrank und Co. sind wir angewiesen. Doch auch hier ist es möglich, Strom einzusparen. Der Kühlschrank sollte nie direkt an der Wand stehen, sondern immer mit etwas Abstand, damit der Wärmeaustauscher auf der Rückseite einwandfrei laufen kann.
Alle paar Monate kann der Wärmetauscher von Staub befreit werden, der den Stromverbrauch erhöht. Den Kühlschrank nie neben andere elektronische Geräte, wie z.B. die Spülmaschine stellen. Denn diese geben Wärme ab, so dass der Kühlschrank mehr kühlen muss. Gut eingestellt ist ein Kühlschrank, wenn er zwischen 5-7 °C kühlt. Die Temperatur des Gefrierfachs sollte bei -18 °C liegen. Befindet sich zu viel Eis im Eisfach, muss dieses abgetaut werden.
Heimliche "Stromfresser"
Der beste Freund des Stromsparers ist die abschaltbare Steckdosenleiste. Elektrische Geräte, die nicht andauernd an sein müssen, werden damit einfach in den Off-Modus geschickt. Denn viele Geräte verbrauchen, obwohl sie auf "aus" stehen, dennoch Strom. Durch das Abschalten trennt man Fernseher, Waschmaschine und Drucker vom Strom, wenn diese nicht gebraucht werden.

© Steve Buissinne/Pixabay
Ansonsten gilt: Waschmaschinen nur mit voller Ladung laufen lassen und bei 30-40 °C waschen sowie die Geschirrspülmaschine nur voll beladen und mit Energiesparprogrammen benutzen. Beim PC und Laptop kann der Energiesparmodus oder Sleep-Modus eingestellt werden, solange das Gerät nicht verwendet wird.
Spartipps für Elektrogeräte
- Kühlschrank nicht direkt an die Wand oder neben andere elektrische Geräte stellen
- Kühlschrank auf 5-7 °C einstellen
- Gefrierfach regelmäßig abtauen
- abschaltbare Steckdosenleisten nutzen
- Waschmaschine und Geschirrspüler nur voll beladen laufen lassen
- Wäsche bei 30-40 °C waschen
- Energiesparprogramme nutzen
- Energiesparmodus bei PC und Laptop nutzen
Kochen
Auf das Kochen entfallen rund 11 Prozent der jährlichen Stromkosten in einem durchschnittlichen 3-Personenhaushalt. Eine wichtige Regel für das energiesparende Kochen lautet: Deckel drauf! Und zwar am besten einen Glasdeckel. Wer ohne Deckel kocht, verbraucht dreimal so viel Energie wie mit Deckel. Der Vorteil des Glasdeckels: Man sieht, was im Kochtopf vor sich geht. Zudem sollte der Topf immer genauso groß wie die Herdplatte sein, damit keine unnötige Energie verloren geht.
Fünf oder zehn Minuten vor Ende der Kochzeit kocht die Restwärme das Gericht fertig. Das Backen ohne Vorheizen spart bis zu 20% Energie. Die Backenofentür nur öffnen, wenn es wirklich nötig ist. Durch die Glasscheibe sieht man, wie weit der Kuchen ist. Bei Backzeiten, die länger als 40 Minuten sind, den Backofen 10 Minuten vor Ende ausschalten und die Restwärme das Übrige tun lassen. Dabei am besten die Umluftfunktion nutzen.
Restwärme zum Kochen und Backen nutzen
Um das Nudelwasser (für bis zu zwei Liter) heiß zu bekommen, kann der Wasserkocher benutzt werden. Die Warmhaltefunktion von Kaffeemaschinen verbraucht 70% des Stroms gegenüber 30% für das Kaffeekochen. Es lohnt sich, den Kaffee in die Warmhaltekanne umzuschütten. Die Mikrowelle sollte nur für das Aufwärmen von kleinen Mengen genutzt werden. Wer größere Mengen aufwärmen oder auftauen möchte, sollte dies im Topf bzw. im Kühlschrank tun.
Spartipps für das Kochen
- Kochtopf immer mit Deckel nutzen
- Kochgeschirr sollte auf die jeweilige Herdplatte passen
- Mit Restwärme kochen und backen
- Umluftfunktion bei Backofen nutzen
- Beim Erhitzen von geringen Wassermengen Wasserkocher benutzen
- Kaffee in Warmhaltekannen füllen anstatt Warmhaltefunktion zu nutzen
- Mikrowelle nur zum Aufwärmen benutzen, nicht zum Kochen
Heizung
Die Raumtemperatur im Wohnbereich sollte bei 20 °C liegen. Mit der richtigen Kleidung, sprich Pullover und dicken Socken, wird bei einer Raumtemperatur von 19 °C Heizenergie eingespart. Im Schlafzimmer sind 18 °C ausreichend. Ein Raumthermometer in jedem Zimmer hilft bei der Regelung der Temperaturen.
Es ist besser, die Heizung abends herunterzudrehen. Die Heizung ganz auszumachen und wieder anzumachen, verbraucht zu viel Energie. Zusätzlich lässt man Rollläden und Jalousien herunter oder zieht die Gardinen vor den Fenstern zu, damit Wärme nicht verloren geht. Zugestellte Heizkörper arbeiten nicht richtig und erhöhen den Energiebedarf.

© Gerd Altmann/Pixabay
Türen zu nicht oft benutzten Zimmern bleiben am besten geschlossen. Hat ein Zugang zum Flur keine Tür, kann ein Vorhang aus dickem Stoff Abhilfe schaffen. Die dazugehörige Gardinenleiste ist schnell angebracht und kostengünstig.
Durch richtiges Lüften mehrmals am Tag, bei dem die Fenster komplett geöffnet werden, tauscht sich die abgestandene Luft nach 5-10 Minuten aus. Währenddessen sollte die Heizung heruntergedreht sein. Wer statt der Heizung auf Elektro-Heizlüfter setzt, um Heizkosten zu sparen, sollte sich im Klaren darüber sein, dass sich dies dann auf der Stromrechnung wiederfindet.
Spartipps für das Heizen
- Zimmertemperaturen mit Raumthermometer überprüfen (19-20 °C im Wohnbereich)
- Heizung nicht voll aufdrehen (Stufe 3 reicht aus)
- Abends die Heizung herunterdrehen, aber nicht ausschalten
- Rollläden, Jalousien und Gardinen nutzen
- Türen zu nicht oft genutzten Zimmern geschlossen halten
- mehrmals am Tag lüften, um Luft auszutauschen
Wasser
Bereits während der Sommermonate ist uns bewusst geworden, wie wichtig Wasser ist. Wassersparen ist eine Sache. Doch auch das Warmwasser aus der Leitung verbraucht Energie, damit wir heiß duschen können. Um in diesem Bereich Energie und Geld zu sparen, lohnt es sich auf das Wohlfühlbad zu verzichten. Denn jedes Bad verbraucht dreimal soviel Wasser und Energie wie einmal Duschen.
Wer mit der Eieruhr duscht, sein Duschwasser auf warm statt heiß einstellt, während des Einseifens den Duschkopf sowie beim Zähneputzen und Rasieren das Wasser abstellt, tut einiges dafür, dass die Heizkosten- und Wasserkostenrechnung nicht zu hoch ausfällt. Die Nutzung von Sparduschköpfen oder Einhebelmischer statt Zwei-Griff-Armatur spart zusätzlich Wasser und Energie.
Spartipps für den Wasserverbrauch
- Duschen statt Baden
- Nicht jeden Tag duschen
- Duschtemperatur niedriger einstellen
- Kein unnötiges Wasser laufen lassen
- Sparduschkopf/Einhebelmischer nutzen
Freizeitaktivitäten
Freizeit muss nicht teuer sein. Viele schöne Aktivitäten gibt es kostenlos oder für wenig Geld: Ein Ausflug in die Natur, ein Spieleabend zu Hause, ein Besuch auf dem Spielplatz oder gemeinsame Radtouren bieten Abwechslung und Spaß für die ganze Familie. Auch Bibliotheken, Jugendzentren oder örtliche Vereine bieten häufig günstige oder kostenlose Angebote.
Auch bei kostenpflichtigen Angeboten lässt sich sparen. Vergünstigte Familientickets, kostenlose Schnuppertage, Gutscheine oder Angebote für Kinder und Jugendliche können das Budget entlasten. Wer Preise vergleicht und Freizeitaktivitäten frühzeitig plant, kann ebenfalls bares Geld sparen. Besonders lohnenswert sind regionale Veranstaltungskalender, die über kostenlose Aktionen und Veranstaltungen informieren. So lässt sich auch mit kleinem Budget eine abwechslungsreiche gemeinsame Freizeit gestalten.
Spartipps für Freizeitaktivitäten
- Kostenlose Aktivitäten in der Natur nutzen, z. B. Spaziergänge, Radtouren oder Ausflüge.
- Spieleabende oder gemeinsame Aktivitäten zu Hause veranstalten.
- Kostenlose Angebote von Bibliotheken, Jugendzentren oder Vereinen nutzen.
- Nach Familien-, Kinder- und Jugendtarifen Ausschau halten.
- Gutscheine, Rabatte und Schnuppertage nutzen.
- Preise verschiedener Angebote vergleichen.
- Freizeitaktivitäten frühzeitig planen.
- Regionale Veranstaltungskalender nach kostenlosen Angeboten durchsuchen.
- Gemeinsam statt allein aktiv sein – das spart oft Kosten und macht mehr Spaß.
Kleidung/Anschaffungen
Auf Flohmärkten oder bei Kleinanzeigen gibt es gebrauchte Kleidung, Möbel oder Elektrogeräte zu kaufen. Vielleicht haben Sie auch etwas, was Sie verkaufen möchten. Im Haus der Familie Puderbach hat wöchentlich Kinderbunt Second Hand geöffnet. Mittwochs von 15:00-16:30 Uhr und donnerstags von 10:00-12:00 Uhr können Sie Brauchbares und Schönes gegen einen kleinen Kostenbeitrag erhalten.
"Kleider und mehr" sowie die "Fahrrad- und Spielwarenbörse" im Diakonischen Werk, Rheinstraße 69 in Neuwied sind Montag und Dienstag von 13:30 - 15:30 sowie Donnerstag und Freitag von 9:00 - 11:00 Uhr geöffnet.
Das Katholische Gemeindezentrum St. Marien in Puderbach bietet mit TINA Kleider, Wäsche, Hausrat und vieles mehr an. Geöffnet ist donnerstags von 12:00-17:00 Uhr und freitags von 13:30-15:00 Uhr. Weitere Infos: Tel. 02684-5926 (Petra Schiller) und Tel. 02684-1034 (Walburga Rudolph).
Ab 02. Oktober 2026 eröffnet der DRK Ortsverein Puderbach e.V. das neue DRK Kleiderlädchen in der Mittelstraße 19 in Puderbach.
Öffnungszeiten:
Mittwoch, 10-13 Uhr
Donnerstag, 15-18 Uhr
Freitag, 10-13 Uhr
Es muss nicht sofort alles weggeschmissen oder ersetzt werden: Wenn Sie Elektro-Kleingeräte oder sonstiges Haushaltsinventar mit kleineren Defekten haben, kommen Sie ins Reparatur-Café "Allerlei" im Haus der Familie und es wird probiert, diese zu reparieren. Wir bieten Hilfestellung und stellen das Werkzeug bereit. Die Motivitation hierbei ist, nicht alles wegzuwerfen, was kaputt ist, und somit den Geldbeutel zu schonen und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Das Reparatur-Café findet jeden zweiten Freitag im Monat von 09:30-11:30 Uhr im Haus der Familie, Mittelstraße 7 in Puderbach statt.

Im Sozialkaufhaus Neuwied erhalten Kunden, die nach § 9 SGB II, dem SGB XII oder dem AsylbLG hilfebedürftig und im Leistungsbezug sind, unter anderem Möbel, funktionsfähige Elektrogeräte, Kleidung und Spielzeug. Das Sozialkaufhaus hat montags bis donnerstags von 10:00-12:30 Uhr und 13:30-16:00 Uhr geöffnet.
Sozialkaufhaus
Insterburger Straße
56564 Neuwied
Tel. 02631-95470312
info@sozialkaufhaus-neuwied.de
„möbel und mehr“ gibt es schon seit 1993 in Altenkirchen. Dort erhalten Sie gebrauchte Möbel und Hausratsgegenstände zu günstigen Preisen. Seit 2018 befindet sich das Lager in der Rathausstraße 2, 57610 Altenkirchen. „möbel und mehr“ gehört mit zu den Dienstleistungsbereichen des gemeinnützigen Vereins Neue Arbeit e.V.
Hilfreiche Links
www.verbraucherzentrale.de - Webseite der Verbraucherzentrale Deutschland
www.verbraucherzentrale-rlp.de - Webseite der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
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