Schlechtes Zeugnis – was nun?

Ende Januar gibt es in Rheinland-Pfalz die Halbjahreszeugnisse. Das ist für viele Schüler*innen ein wichtiger Termin. Die Noten des Halbjahrzeugnisses zeigen, ob man sich verbessert hat oder in diesem oder jenem Fach noch mehr getan werden sollte. Schlechte Noten auf dem Zeugnis führen oft zu Ärger und Streit in der Familie. Manche Kinder trauen sich erst gar nicht mit dem Zeugnis nach Hause.

Ruhe bewahren

Eltern sollten erst einmal Ruhe bewahren, denn Druck und Ärger bringen nichts. Viele Eltern reagieren angesichts von schlechten Noten mit Enttäuschung und drohen mit Konsequenzen: „Dann gibt es kein Fußball mehr für dich. Jetzt wird nur noch gelernt.“ Doch das Wegnehmen von Hobbys, in denen das Kind gut ist und woran es Spaß hat, ist der falsche Schritt. Durch die Freizeitbeschäftigung erfährt das Kind Bestätigung und das Selbstwertgefühl wird erhöht. Außerdem ist das Hobby ein Ausgleich zum Schulalltag.

Hilfreiche Tipps zum Thema: Kommunikation in der Familie

Verständnis zeigen

Die vergangenen zwei Schuljahre waren zudem für alle nicht leicht: Lockdown, Homeschooling, Präsenzunterricht mal ohne, mal mit Maske. Mit den steigenden Zahlen der letzten Wochen hat sich auch die Anzahl der Schüler*innen, die in Quarantäne sind, erhöht. Das macht das Lernen nicht gerade einfacher. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, hat Ihr Kind Beachtliches geleistet. Unter solchen Bedingungen ist es verständlich, dass manche Noten in den Keller gerutscht sind.

Junge mit Kopf auf Büchern

© Karolina Grabowska/Pexels

Gemeinsam überlegen

Wichtig ist es, Ihr Kind in solch einer Situation nicht allein zu lassen, sondern es zu begleiten. Ist die Versetzung bedroht, sollte dies dem Kind auch klar gemacht werden. Kein Kind möchte gerne die Klasse wiederholen. Gemeinsam kann überlegt werden, was nun getan werden sollte. Als Eltern haben Sie immer die Möglichkeit, ein Gespräch mit den Lehrern zu suchen. Vergessen Sie nicht: Noten sind eine Momentaufnahme und beschreiben die Leistung des Kindes zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Hilfe holen

Liebeskummer, Mobbing sowie Probleme mit Freunden oder in der Familie führen mitunter zu einem plötzlichen Abfall der Noten. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Beziehung zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen und das Klima in der Klasse. Die Erziehungsberatung des Diakonischen Werkes im Ev. Kirchenkreis Wied bietet Ihnen hierbei Unterstützung und Rat an.

Mädchen macht Hausaufgaben

© Jena Backus/Pexels

Motivation statt Druck

Motivation ist der Schlüssel für bessere Noten. Dagegen erzeugt Druck bei Kindern Angst. Diese Angst aber blockiert das Kind wiederum. Plötzlich hat das Kind Angst vor Klassenarbeiten oder es hat während der Prüfung einen Blackout und kann sich an das Gelernte nicht erinnern. Setzen Sie zusammen mit Ihrem Kind realistische Ziele: Was möchtest du in vier Wochen erreichen? Auf diese Weise gehen Sie kleine Schritte und überfordern das Kind nicht. Zugleich wird es miteinbezogen und lernt Eigenverantwortung.

Routine hilft

Die Hausaufgaben sollten vom Kind regelmäßig erledigt werden. Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem diese für ein angenehmes Lernumfeld sorgen und Routine in die Erledigung der Hausaufgaben bringen. Das heißt, feste Zeiten dafür zu vereinbaren, z.B. nach dem Essen, und Smartphone & Co. für diese Zeit vom Schreibtisch verbannen, damit das Kind nicht abgelenkt wird.

Interesse zeigen

Auch wenn die eigene Schulzeit längst vorbei ist und man sich nicht für alle Fächer interessiert, hilft es dem Kind, Interesse am Lernstoff zu zeigen. Loben Sie Ihr Kind, wenn es etwas gut gemacht hat und Sie sehen, dass es sich Mühe gibt. Belohnungen wie Geld oder kleine Geschenke sind vielleicht gut gemeint von den Eltern, erhöhen aber den Druck auf das Kind. Besser ist da eine gemeinsame Runde Fußball draußen oder ein Familienausflug am Wochenende.

Elternführerschein

Eltern lassen sich gemeinsam mit Kindern auf das Abenteuer "Leben" ein. Wie kann das gut gelingen? Hierzu bieten wir einen kostenlosen Kurs zum "Elternführerschein" an für Eltern von Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren. Die Referentinnen sind Angelika Schmidhuber, Diplom-Sozialpädagogin, und Sabine Hoffmann-Blum, Diplom-Pädagogin.

Die Kurse finden vom 10. bis 31. Oktober 2023 dienstags jeweils von 10:00 bis 11:30 Uhr im Haus der Familie Puderbach und vom 12. Oktober bis 02. November 2023 donnerstags von 19:00 bis 20:30 Uhr online statt.

Flyer Elternführerschein

Anmelden bis 29. September 2023 bei:
Diakonisches Werk Neuwied - Sekretariat
Tel. 02631/39220 oder
sekretariat@diakonie-neuwied.de

Bei Fragen wenden Sie sich an Frau Krokowski (dienstags bis donnerstags 8.30–13.00 Uhr unter Tel. 02684/9776070). Sollten Sie sich für die Online-Veranstaltung anmelden, schicken wir Ihnen den Zoom-Link rechtzeitig zu.

Damit Erziehung besser gelingt

Dienstag | 10. Oktober 2023 | 10.00 –11.30 Uhr
Donnerstag | 12. Oktober 2023 | 19.00 –20.30 Uhr
Meine Mama hat immer gesagt …
Wie erziehe ich? Grundlagen der Erziehung.
Wie wurde ich erzogen? Reflexion der eigenen Erziehung

Dienstag | 17. Oktober 2023 | 10.00 –11.30 Uhr
Donnerstag | 19. Oktober 2023 | 19.00 –20.30 Uhr
Entwickelt sich mein Kind altersgerecht?
Wie kann ich die natürliche Entwicklung meines Kindes
unterstützen? Entwicklung und Bindungsverhalten

Dienstag | 24. Oktober 2023 | 10.00 –11.30 Uhr
Donnerstag | 26. Oktober 2023 | 19.00 –20.30 Uhr
Ich will nicht immer schreien müssen
Wie spreche ich mit meinem Kind? Wie gehe ich mit
herausforderndem Verhalten um? Grundlagen der Kommunikation
und Umgang mit Konflikten in der Erziehung

Dienstag | 31. Oktober 2023 | 10.00 –11.30 Uhr
Donnerstag | 2. November 2023 | 19.00 –20.30 Uhr
Ich kann nicht mehr
Wie behalte ich in Stresssituationen einen klaren Kopf?
Aus welchen Quellen schöpfe ich Kraft? Bedeutung
eigener Emotionen in der Erziehung

Der Termin wird noch bekanntgegeben
Geschafft
Ein Abend zum Verschnaufen – Gemütliches Beisammensein
mit einem Essen und Zertifikatsübergabe

Vater mit Kind auf Arm

Kinder brauchen Trost

Beim Thema Trösten sollte eines ganz klar sein: Trösten kann man nie genug. Die Meinung, dass zu viel Aufmerksamkeit und Trost Kinder verweichlicht und verwöhnt, ist veraltet. Viel wichtiger ist es, das Kind in seinem Kummer ernst zu nehmen und Verständnis zu zeigen.

Trost tut gut

Erwachsene haben ein anderes Empfinden als Kinder. Was wir selbst als nicht so schlimm ansehen, ist für Kinder oft in diesem Moment eine Katastrophe. Bis zum 8. Lebensjahr sind Kinder nicht in der Lage, ihre Gefühle vollständig zu kontrollieren. Sie brauchen jemanden, der sie bei starken Gefühlen anleitet, ihnen vermittelt, wie sie damit umgehen sollen. Mit der Zeit erlernen sie Wege, um mit ihren Gefühlen umzugehen.

Kinder suchen Trost bei ihren engsten Vertrauenspersonen, sei es bei den Eltern, den Großeltern oder anderen Bezugspersonen. Trost ist dabei nicht gleich Trost - jede Situation erfordert das passende Maß an Trost zu finden. Der erste Schritt sollte immer sein, sich dem Kind zuzuwenden, sich für den Kummer des Kindes Zeit zu nehmen und dabei selbst ruhig und besonnen zu bleiben.

Kummer ernst nehmen

Mit einfachen Worten kann die Situation zusammengefasst werden: "Du hast dich gestoßen. Das tut weh." In den Arm nehmen, wiegen und sanft streicheln signalisiert dem Kind, dass es ernst genommen wird. Die Wärme durch den Körperkontakt, aber auch ein sanfter Tonfall beruhigen das Kind. Zudem wird während des Tröstens das Bindungshormon Oxytocin im Körper freigesetzt. Das Hormon trägt zu einer gesunden Bindung zwischen Eltern und Kindern bei.

Mutter hält schreiendes Baby auf Arm

© Sarah Chai/Pexels

Trostrituale können weiterhelfen. Durch Erfahrung findet man als Eltern heraus, was dem eigenen Kind am besten hilft. Vielleicht beruhigt sich das Kind, indem man etwas singt. Oder ein buntes Pflaster auf die schmerzende Stelle lässt den Kummer langsam verblassen. Auch das Lieblingskuscheltier kann als Trosthelfer zum Einsatz kommen und auf die Wunde pusten.

Auf Bedürfnisse des Kindes eingehen

Um zu verdeutlichen, wie wichtig das Trostspenden ist, zeigt ein Blick auf den Fall, wenn ein Kind in seinem Kummer oder Schmerz alleingelassen wird. Das Kind befindet sich dann in einer Angstsituation. Stresshormone werden freigesetzt. Besonders schlimm ist dies bei Babys. Im Vordergrund steht die Stillung eines Bedürfnisses wie Hunger, Nähe oder eine volle Windel. Das Kind hört nicht auf zu weinen, weil es sich beruhigt hat, sondern weil es aufgegeben hat.

Wiederholen sich solche Situationen, in denen nicht auf die Bedürfnisse des Kindes eingegangen wird, kann sich dies im Kind verfestigen. Das Kind hat gelernt, ich bin mit meinem Kummer allein. Fehlender Trost wirkt sich auch auf die Eltern-Kind-Bindung aus. Das bezieht sich natürlich nicht auf ein Kind, das mal ein paar Minuten geweint hat.

Gefühle zulassen

Jetzt ist es nicht immer leicht, ein Kind weinen zu sehen. Als Eltern müssen wir lernen, dies auszuhalten. Alle Gefühle sind normal und vollkommen okay. Dies sollte auch dem Kind vermittelt werden. Gerade Jungen brauchen Vorbilder, die ihnen zeigen, dass es normal ist, sich einmal auszuweinen. Dass Weinen und Kummer nicht als Ausdruck von Schwäche angesehen werden. Auf diese Weise erlernen Kinder auch ein gutes Einfühlungsvermögen.

Bär mit Pflaster

© congerdesign/Pixabay

Natürlich gibt es Situationen, in denen das Spenden von Trost schwierig ist. Wenn man selbst schlechte Laune hat, der ganze Tag schon schief läuft oder es Konflikte gibt. Statt sich auf das Kind einzulassen, möchte man die Situation rasch hinter sich zu bringen. Und tappt in die Falle, Kummer nach dem Maßstab eines Erwachsenen zu bemessen. Aber ebenso wie es keine perfekten Eltern gibt, gibt es keine perfekten Tröster*innen. Manchmal reicht die Kraft eben nicht aus und die Nerven liegen blank. Kinder brauchen Eltern, die für sie da sind, auf die sie sich verlassen können.

Sätze, die man nicht sagen sollte:

  • Nun stell dich nicht so an!
  • Nichts passiert!
  • Hör doch endlich mal auf zu weinen!
  • Immer dieses Gejammere!
  • Da muss man doch nicht weinen!

Verständnis zeigen:

  • sich Zeit nehmen und Ruhe bewahren
  • Situation mit einfachen Worten ohne Bewertung beschreiben ("Du bist hingefallen. Ich weiß, dass dir das weh tut.")
  • in den Arm nehmen, wiegen, sanft streicheln, singen
  • Fragen, wie man helfen kann
  • Lösungsvorschläge anbieten ("Ich puste auf deine Wunde, dann heilt sie schneller." Im Falle eines Streits: "Wir sprechen mit deinem Freund und überlegen gemeinsam, was ihr nun tun könnt.")
  • Trostrituale, wie z.B. Pflaster, Kuscheltier, Buch anschauen, Kühlpad

Frühe Hilfen

Mutter legt Kind in die Wiege

© Rodnae Productions/Pexels

Kinder bringen viel Freude, aber auch Verantwortung und Veränderungen mit sich. Da kann es passieren, dass Eltern an ihre Grenzen stoßen und das Gefühl haben, überfordert zu sein. Oft sind frisch gebackene Eltern auch unsicher, ob sie alles richtig machen. Die Frühen Hilfen sind kostenlose Angebote für Eltern ab der Schwangerschaft und für Familien mit Kindern bis 3 Jahre. Mehr dazu.

Mit Kindern kreativ sein

Farbkasten mit Pinsel

© @Michaela/Pixabay

Kinder lieben es, zu malen, zu basteln und Dinge auszuprobieren. Denn es macht Spaß, sich mit Farben auszuleben und mit den Händen Sachen zu gestalten. Um kreativ zu sein, brauchen Kinder nicht viel: Papier, Farben, Pinsel und alltägliche Gegenstände. Mit diesen Materialien lassen Kinder die schönsten Kunstwerke entstehen. Außerdem fördert das Malen und Basteln die Fantasie und trainiert die motorischen Fähigkeiten. Zieht euch die Malschürze an, schnappt euch den Farbkasten und lasst die Farben sprechen! Mit unseren Maltipps werdet ihr selbst zum kleinen Künstler. Mehr dazu.

Titelbild: © Edwin Ariel Valladores