Partnerschaft

Die Corona-Pandemie wirkt sich auf alle Bereiche des Lebens aus. So auch auf das Familienleben und die Partnerschaft. Plötzlich ist der Partner oder beide Partner zuhause im Homeoffice. Oder der Partner ist durch die Krise arbeitslos geworden. Wer Kinder hat, muss außerdem noch die Betreuung der Kinder und das Homeschooling schultern. Und dann gibt es noch die alltäglichen Dinge des Haushalts, die erledigt werden müssen.

Finger zeigen aufeinander

Probe für Beziehungen

Schon ohne eine weltweite Pandemie stellt der Alltag mit Beruf und Kindern Paarbeziehungen auf die Probe. Wie viel schwieriger ist dann erst das Miteinander, wenn plötzlich viel mehr Nähe herrscht. Oder man im umgekehrten Fall aufgrund von behördlichen Bestimmungen oder Angst vor Ansteckung den Partner nicht sehen kann. Belastungen und eine gereizte Stimmung führen schneller zu einer Verschärfung von Konflikten. Wir haben Ihnen einige Tipps zusammengestellt, damit Sie als Paar gemeinsam mit den Herausforderungen der Krise besser umgehen können.

Leider nehmen durch die aktuelle Situation häusliche Gewalt und sexueller Missbrauch zu. Gerade in beengten Verhältnissen können sich Probleme verschärfen und in Aggression und Gewalt umschlagen. Sprechen Sie darüber und vertrauen Sie sich jemanden an. Das Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” erreichen Sie unter 08000 116 016.

Streit und Konflikte gehören zum Leben dazu. Auf diese Weise werden Meinungsverschiedenheiten geklärt und Probleme gelöst. Doch ein Streit sollte nicht dazu führen, die Situation zu verschlimmern. Wichtig ist es, dass man den anderen aussprechen lässt und zuhört, was dieser zu sagen hat. Anstatt mit Vorwürfen zu beginnen („Du machst zu wenig im Haushalt.“, „Du hörst mir nicht zu.“), kann man mit Ich-Botschaften seine Gefühle und Wünsche ausdrücken.

Ich-Botschaften benutzen

Ich bin wütend, weil ich im Haushalt zu wenig Unterstützung bekomme. Ich wünsche mir, dass wir die Aufgaben besser verteilen.

Ich bin traurig, weil ich das Gefühl habe, dass du mir nicht zuhörst. Ich wünsche mir, dass du mir mehr zuhörst.

Der Paartherapie-Podcast mit der Psychologin Linda Mitterweger. Alle Folgen des Podcasts zu Liebe und Beziehungen finden Sie unter psy-on.de/paartherapie-podcast.

Auch Streiten will gelernt sein

Um miteinander zu sprechen, ist es von Vorteil, eine feste Uhrzeit zu vereinbaren und auch festzulegen, wie lange man miteinander sprechen möchte. Es hört sich vielleicht seltsam an, partnerschaftliche Dinge mit einer Eieruhr auszudiskutieren. Aber jeder hat bestimmt schon einmal stundenlang mit dem Partner gestritten, ohne dass dabei etwas rausgekommen ist. Was nach einer halben Stunde nicht geklärt ist, ist es auch nach drei Stunden nicht. Zudem sollte man sich die Regel setzen, nicht nach 21 Uhr Dinge anzusprechen. Eine durchgestrittene Nacht führt außer zu Augenringen zu gar nichts. Wenn Sie Kinder haben, tragen Sie die Konflikte nicht vor den Kindern aus.

Uhrzeiten vereinbaren

Zudem sollte man sich die Regel setzen, nicht nach 21 Uhr Dinge anzusprechen. Eine durchgestrittene Nacht führt außer zu Augenringen zu gar nichts. Wenn Sie Kinder haben, tragen Sie die Konflikte nicht vor den Kindern aus.

Die Erziehungs-, Ehe- und Lebensberatung im Haus der Familie Puderbach unterstützt Sie bei allen Fragen rund um Beziehung, Erziehung und Leben. Wenn Ihre Partnerschaft/Ehe in der Krise steckt oder es zu Problemen wegen einer Trennung oder Scheidung kommt. Bei all diesen Anliegen haben die BeraterInnen ein offenes Ohr für Sie. Unter der Online-Terminbuchung können Sie einen Termin vereinbaren.

Paarlife ist ein nicht-kommerzielles, wissenschaftlich fundiertes Angebot der Universität Zürich zur Beziehungspflege und Prävention von Partnerschaftsstörungen. Im kostenlosen Online-Präventionsprogramm geht es um Strategien zur gemeinsamen Stressvermeidung. Dazu gibt es Videos und Aufgaben zum Thema.

Auszeiten voneinander nehmen

Bei zu viel Nähe kann es schnell passieren, dass einem der Partner auf die Nerven fällt. Dann hilft es, sich eine kleine Auszeit zu nehmen. Auch wenn die Möglichkeiten momentan begrenzt sind, gibt es Dinge, die man tun kann: für eine Stunde rausgehen und einmal richtig tief durchatmen oder sich in ein anderes Zimmer zurückziehen und sagen, dass man Zeit für sich braucht und die nächste Stunde nicht gestört werden möchte. Es hilft auch Kontakte zu pflegen, z.B. indem man mit dem Freund/der Freundin telefoniert oder sich unter Einhaltung der Corona-Bestimmungen trifft.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie hat zwei Texte des Paarberaters Martin Koschorke online gestellt. Die Texte nähern sich auf eine verständliche Art und Weise dem Abenteuer Partnerschaft und geben neue Impulse.

Führerschein für Paare?

Abenteuer Partnerschaft – Verweigern oder verhandeln?

Arbeit und Privates trennen

Sollten beide Partner im Homeoffice arbeiten, ist es von Vorteil, die Arbeit räumlich und zeitlich voneinander abzugrenzen. Der Arbeitsplatz sollte so eingerichtet sein, dass Sie sich gegenzeitig nicht stören. Legen Sie fest, wann Sie Pausen oder Feierabend machen möchten und nehmen Sie sich bewusst Zeit für Ihre Beziehung, z.B. beim gemeinsamen Abendessen oder beim Kaffee in der Pause.

Bei der in Deutschland entwickelten App “Paaradies” melden sich beide Partner an und bekommen Nachrichten auf ihre Handys geschickt. Kleine Hausaufgaben oder Fragen geben Anstoßf für Gespräche. Sie können die App zur Beziehungspflege kostenfrei im Google Play Store und im App Store herunterladen.

Struktur und Rituale

Paarrituale helfen das Band zwischen den Partnern wieder zu stärken. Morgens zusammen den ersten Kaffee des Tages genießen und überlegen, was der Tag bringen mag. Oder gemeinsam abends zur gleichen Zeit ins Bett gehen. Aber auch kleine Gesten und Handlungen können hilfreich sein.