
Für viele Menschen ist auch in diesem Jahr das Weihnachtsbudget eng bemessen. Egal, wie oft man den Euro dreht und wendet – irgendwo fehlt es immer. Besonders Familien mit geringem Einkommen spüren die gestiegenen Preise deutlich. Doch ein schönes Weihnachtsfest muss nicht teuer sein. Mit etwas Planung, Kreativität und der Bereitschaft, Neues auszuprobieren, lässt sich auch mit einem kleinen Budget eine festliche und liebevolle Adventszeit gestalten.
Weihnachtsgeschenke – bewusst auswählen und sparen
Viele Familien kennen das Problem: Der Wunschzettel ist lang, doch der Geldbeutel gibt nicht genug her. Deshalb lohnt es sich, frühzeitig ein persönliches Ausgabenlimit für Geschenke festzulegen und dieses nicht zu überschreiten. Besonders bei Kindern hilft es, gemeinsam über den Herzenswunsch zu sprechen – oft ist nur eines der Geschenke wirklich wichtig.
Wer bereits im Laufe des Jahres kleine Beträge zurücklegt und auf Angebote achtet, kann viele Geschenke günstiger ergattern. Kurz vor Weihnachten werden bestimmte Produkte oft noch einmal teurer. Daher gilt: Nicht auf den letzten Drücker kaufen.
Gemeinsame Zeit verschenken
Viele Menschen wünschen sich keine großen Geschenke, sondern gemeinsame Erlebnisse. Zeitgeschenke wie ein Spieleabend, ein Ausflug oder gemeinsames Plätzchenbacken sind wertvoll – und kosten kaum etwas.
Gebrauchtes kaufen – nachhaltig und günstig
Besonders Spielsachen eignen sich hervorragend für den Kauf aus zweiter Hand. Über Gebrauchtwarenportale, Kleinanzeigen oder Second-Hand-Läden findet man oft neuwertige Spielsachen und schöne Kleidung für wenig Geld. Hilfreich ist ein festes Budget pro Person: So behält man die Kosten im Blick.
Tipp: Hat ein Spielzeug viele Einzelteile, können diese einzeln verpackt werden – so liegen mehr Päckchen unter dem Baum und die Kinder haben länger Freude am Auspacken.

© Lydia Grivia/Pixabay
Selbstgemachte Geschenke
Wenn das Budget sehr knapp ist, sind selbstgemachte Geschenke eine liebevolle Alternative. Ideen sind zum Beispiel:
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Kakao im Glas: Trinkkakao, geraspelte Schokolade, etwas Zucker und Marshmallows in einem Marmeladenglas schichten. Das Glas verzieren, bemalen oder mit einem schönen Band versehen. Backmischungen im Glas sind auch ein schönes Geschenk.
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Selbstgemachte Gutscheine: Für Aufgaben, die der Beschenkte nicht so gerne ausführt. Oder die der beschenkten Person etwas Zeit für sich selbst geben. Aber auch an das Einlösen denken!
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Familienfotos oder kleine Fotoalben
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Selbstgebastelte Kalender mit selbstgemalten Bildern oder Familienfotos
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Gesalzene Nüsse, Plätzchen, Gewürzmischungen in schönen Gläsern
Auch Wichteln ist eine gute Idee: Jede Person besorgt nur ein Geschenk in einem vorher festgelegten Preisrahmen.
Geschenke günstig verpacken
Auch beim Einpacken kann gespart werden: Packen Sie Ihr Geschenk in gebrauchtes Papier ein oder nutzen Sie Geschenktüten vom Vorjahr. Kinder können Geschenkpapier basteln, indem sie Weihnachtsbilder malen. Darin können die Geschenke farbenfroh verpackt werden. Wer eine Nähmaschine besitzt, kann aus Stoffresten Beutel nähen, die jedes Jahr wiederverwendett werden können.
Günstige Verpackungsideen:
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Zeitungspapier nutzen
- Alte Straßenkarten oder Stadtpläne als Geschenkpapier benutzen
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Packpapier mit Kartoffeldruck verzieren
- Geschenktüten, Geschenkpapier und Geschenkband von anderen Geschenken sammeln und wiederverwerten
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Chipsdosen bekleben und als Plätzchenverpackung nutzen
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Klorollen bemalen oder bekleben und für kleine Geschenke nutzen, dabei die äußeren Ende einknicken
- Füllmaterial aus Kartons, wie z.B. Papier, das Jahr über sammeln und die Geschenke darin einpacken
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Marmeladengläser für Selbstgemachtes oder für kleinere Geschenke
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Aus Stoffresten genähte Geschenkbeutel – jedes Jahr wiederverwendbar
- Geschenke in Tuch einpacken (Furoshiki-Technik)
Weihnachtsessen - festlich und preiswert
Passt die gebratene Weihnachtsgans mit Klößen aufgrund gestiegener Fleischpreise in diesem Jahr nicht ins Budget, tut es auch ein leckerer Kartoffelsalat mit Würstchen mit einer günstigen Vorspeise und einem leckerem Dessert, z.B. Bratäpfel. Achten Sie bereits im Oktober und November auf Angebote im Supermarkt und im Discounter. Vieles lässt sich gut bis Weihnachten einfrieren.
Kosten teilen: Jeder bringt etwas mit
Wenn die ganze Familie vorbeikommt, ist es eine gute Idee, jeden eine Kleinigkeit mitbringen zu lassen. Entweder gibt es ein großes Buffet mit köstlichen Kleinigkeiten oder die einzelnen Gänge werden aufgeteilt. Sie übernehmen den Hauptgang, die Großeltern kümmern sich um das Dessert und Onkel und Tante bringen Getränke mit. So verteilen sich die Kosten auf mehrere Personen. Wichtiger als die Kosten für das Essen ist das Zusammensein der Familie. Da werden auch Spaghetti Bolognese zum Festmahl.

© privat
Drei Ideen für ein günstiges Weihnachtsmenü:
Flädlesuppe - Kartoffelsalat mit Würstchen - Bratäpfel
Flammenkuchen-Tannenbäume - Schnitzelpfanne - Spekulatius-Eis
Klare Brühe mit Tortellini - Hähnchenschenkel à l'Orange - Weihnachtliches Tiramisu
Alternativen zum Weihnachtsbaum
Weihnachtsbäume sind in den letzten Jahren immer teurer geworden. Zum Glück gibt es viele kreative Alternativen:
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Tannenzweige in einer Vase
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Ein Weihnachtsbaum aus Ästen, Draht oder Schnur für die Wand
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Lichterketten in Baumform aufhängen (am besten mit LED-Lichtern; Lichterketten vorher ausprobieren, da die Lichter für die Tapete zu heiß werden können)
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Ein auf Karton gemalter Weihnachtsbaum, den Kinder gestalten können
Auch bei der Dekoration muss nicht jedes Jahr Neues angeschafft werden. Vieles lässt sich mit wenigen Mitteln selbst basteln oder aufwerten:
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Alte Holzdeko neu ansprühen
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Teelichter oder Lichterketten mit etwas Weihnachtsdeko in einem Glasgefäß dekorieren
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Spring- oder Gugelhupfformen als Adventskranz (Inspiration gibt es hier.)
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Anhänger aus Kaltporzellan aus drei einfachen Zutaten herstellen
Spaß an den Weihnachtstagen
Gut gegessen, Geschenke ausgepackt und was nun? An den Weihnachtstagen kann man es sich als Familie einmal richtig gemütlich machen. Pyjama anlassen, Popcorn machen und schauen, welcher Weihnachtsfilm im Fernsehen läuft. Ein anschließender Spaziergang durch den Ort, am besten am Abend, wenn alles erleuchtet ist, oder durch den Wald sorgt für frischen Sauerstoff und müde Kinder. Lustig kann auch ein Spielenachmittag sein. Der Gewinner bekommt eine Kleinigkeit, wie z.B. einen Aufkleber oder ein Stück Schokolade.

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Weniger Weihnachtsstress
In der Weihnachtszeit hilft es enorm, Aufgaben frühzeitig zu verteilen, Hilfe anzunehmen und nicht alles auf den letzten Drücker zu erledigen. Eine gute Planung – etwa Geschenke rechtzeitig zu besorgen und ein realistisches Geschenkbudget festzulegen – nimmt viel Druck heraus. Auch weniger Konsum und Alternativen wie Wichteln können die Vorbereitung entspannen. Ebenso wichtig ist es, Grenzen zu setzen: zusätzliche Verpflichtungen und Termine dürfen freundlich, aber bestimmt abgelehnt werden.
Um Stress zu reduzieren, lohnt es sich außerdem, Erwartungen zu senken und sich vom Perfektionismus zu verabschieden. Rituale dürfen geändert oder ausgelassen werden, wenn sie zu belastend sind – Weihnachten muss nicht in jedem Detail perfekt sein. Auch beim Fest selbst können Konflikte vermieden werden, indem man kontroverse Themen wie Krieg, Politik oder Krankheiten bewusst ausklammert. Schließlich schenken kleine Freiräume wie ein Spaziergang an der frischen Luft, Momente für sich oder ein ruhiger Rückzugsort neue Energie für ein gelasseneres Fest.
Titelbild: © Andreas Böhm
